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Risiken bei Geldanlagen

Investieren bietet die Chance, Ihr Vermögen langfristig zu vermehren – allerdings ist jede Geldanlage mit Risiken verbunden. Die folgenden Risikotypen sollten Sie gut kennen und verstehen, um fundierte Entscheidungen zu treffen und unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Jeder Risikotyp kann zu Kapitalverlusten bis hin zum Totalverlust führen.
 

Inflationsrisiko 

Ihre Investition ist dem Risiko ausgesetzt, dass die reale Kaufkraft Ihres Kapitals durch Inflation sinkt. Ist die Rendite Ihrer Anlage geringer als die Inflationsrate, verliert Ihr Investment trotz nominaler Gewinne real an Wert.

Kreditrisiko/Emittentenrisiko (Ausfallrisiko) 

Das Kreditrisiko entsteht, wenn der Herausgeber eines Wertpapiers, wie beispielsweise ein Unternehmen oder ein Staat, seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Bei Anleihen kann dies bedeuten, dass Zinszahlungen ausfallen oder das eingesetzte Kapital nicht zurückgezahlt wird. Aber auch bei Aktien oder bestimmten Derivaten kann dieses Risiko relevant werden, etwa wenn ein Unternehmen zahlungsunfähig wird. Besonders hoch ist das Risiko bei Emittenten mit schwacher Bonität.

Liquiditätsrisiko 

Das Liquiditätsrisiko bezeichnet die Gefahr, dass Sie Ihre Investments nicht jederzeit zum gewünschten Preis verkaufen können. Gründe hierfür können sein, dass bestimmte Vermögenswerte, wie Immobilien, festverzinsliche Wertpapiere oder Aktien kleinerer Unternehmen, nur wenig gehandelt werden. In Krisensituationen kann die Nachfrage rapide sinken, sodass ein Verkauf nur mit deutlichen Preisabschlägen oder über erhebliche Zeitverzögerungen möglich ist. Das kann zu unerwarteten Verlusten führen, insbesondere wenn Sie kurzfristig Liquidität brauchen.

Marktrisiko 

Das Marktrisiko beschreibt die Unsicherheit, dass sich die allgemeine Marktlage negativ entwickelt und den Wert Ihrer Investitionen verringert. Faktoren wie wirtschaftliche Abschwächungen, politische Unruhen, Naturkatastrophen oder globale Ereignisse (wie Pandemien) können die Kurse von Aktien, Fonds, ETFs und anderen Anlageprodukten stark beeinflussen. Da dieses Risiko nicht vollständig vermieden werden kann, ist es für alle Investoren relevant.

Psychologisches Risiko

Die eigenen Emotionen können bei Investitionen eine bedeutende Rolle spielen. Beispielsweise können Angst und Gier dazu führen, dass Sie zum falschen Zeitpunkt investieren oder verkaufen. In einem Boom könnten Sie zu spät einsteigen, weil Sie die Euphorie mitreißt – oder in einer Krise zu schnell Ihre Investments veräußern und Verluste realisieren. Diese Verhaltensfaktoren sind oft unterschätzt, beeinflussen aber maßgeblich die Erfolgschancen.

Sektor- oder Unternehmensrisiko

Investieren Sie in bestimmte Unternehmen oder Branchen, sind Sie spezifischen Risiken ausgesetzt. Unternehmen können durch Fehlentscheidungen, Skandale, Managementprobleme oder neue Wettbewerber stark an Wert verlieren. Branchen wiederum unterliegen Trends, technologischen Entwicklungen oder regulatorischen Veränderungen. Beispielsweise kann eine Branche durch eine neue Technologie überholt werden, was zu massiven Kursverlusten führt.

Währungsrisiko 

Wenn Sie in ausländische Wertpapiere oder Produkte investieren, die in einer anderen Währung als Ihrer Heimatwährung gehandelt werden, sind Sie Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Selbst bei stabiler Wertentwicklung des Investments kann eine abwertende Fremdwährung dazu führen, dass Sie Verluste erleiden. Dies betrifft insbesondere Investments in Märkte außerhalb des Euroraums. Starke Kursschwankungen können den Wert Ihrer Anlage erheblich beeinflussen.

Zinsänderungsrisiko 

Dieses Risiko betrifft vor allem festverzinsliche Wertpapiere wie Anleihen. Bei steigendem Marktzins werden bestehende Wertpapiere mit niedriger Verzinsung unattraktiv, was den Preis dieser Anlagen sinken lässt. Die Höhe des Risikos hängt von der Restlaufzeit, sowie von der Höhe und dem Zeitpunkt der Zinszahlungen ab. Bei langen Laufzeiten oder niedriger Verzinsung kann dieses Risiko besonders stark wirken.

 

Grundsätzlich gilt:

Kein Investment ist frei von Risiken – Gewinne sind niemals garantiert. Es ist essentiell, sich vor jeder Anlageentscheidung umfassend zu informieren, die eigene Risikobereitschaft ehrlich zu beurteilen und das Kapital breit zu streuen, um Risiken zu minimieren. Nur ein ausgewogenes Portfolio und das Bewusstsein für die Risiken können einen Beitrag zur Sicherheit und langfristigen Vermögensentwicklung leisten.